Dornbracht
Dornbracht Atelier und Fabian Freytag: eine Armatur aus Amethyst und Marmor
Architekt Fabian Freytag und Dornbracht Atelier haben ein Armaturen-Unikat aus Rhodochrosit, Amethyst, blauem Quarz und Marmor geschaffen, inspiriert von den gestapelten Hanghäusern der Kanarischen Inseln.

Foto: Dornbracht
Die meisten Armaturen sind dafür gemacht, zu verschwinden. Diese hier ist dafür gemacht, angeschaut zu werden. Gemeinsam mit Dornbracht Atelier hat der Architekt Fabian Freytag aus einer Armatur eine kleine Skulptur gemacht, zusammengesetzt aus Steinen, die man eher in Schmuck als am Waschtisch vermutet.
Freytag, geboren in Hamburg, steht für Arbeiten von theatraler Extravaganz: kräftige Farben, ungewöhnliche Materialkombinationen, klassische Schönheit, behandelt mit Experimentierfreude und Leichtigkeit. Für dieses Stück arbeitete er mit Dornbracht zusammen, dem Armaturenhersteller aus Iserlohn, und mit dessen Atelier, das maßgeschneiderte Entwürfe ab Stückzahl eins umsetzt.
Häuser am Hang
Am Anfang stand eine Reise. Als Hauptinspiration nennt Freytag einen Aufenthalt auf den Kanarischen Inseln, vor allem die Art, wie die farbenfrohe, mediterrane Architektur dort die Hügel hinaufsteigt, Haus auf Haus, in satten Farben und Formen. Dieses Stapeln ist im fertigen Objekt ablesbar: Es wirkt weniger wie ein einzelnes Gussteil als wie eine kleine Stadt aus Stein.
Hauptinspiration für die Armatur war eine Reise auf die Kanarischen Inseln.
Fabian Freytag, Architekt
Stein für Stein
Aus einem Kubus aus Rhodochrosit, einem rosafarbenen Naturstein, steigt ein markant geschwungener Auslauf. Das erdige Rot seiner Pulverbeschichtung nimmt die Farbe des Steins auf, die glänzende Oberfläche gibt dem Auslauf eine kraftvolle Präsenz und hebt ihn bewusst von den Natur- und Edelsteinen um ihn herum ab.
Die Griffe verbinden mehrere Geometrien aus Stein. Links steht ein Zylinder aus Rosso Alicante, einem rötlichen Marmor, arrangiert mit grünem und schwarzem Marmor. Rechts ruht eine Kugel aus Amethyst auf einem Sockel aus blauem Quarz und einem schmalen Podest aus Crema Valencia, einem beigefarbenen Naturstein. Dornbracht nennt außerdem Opal unter den exklusiven Materialien der Komposition.
Handarbeit aus zwei Werkstätten
Gefertigt wurde das Stück in Handarbeit im Dornbracht-Werk in Iserlohn. Die Steine bearbeitete Pauly Carvings, eine Edelstein-Schmuckmanufaktur aus Idar-Oberstein. Der Hersteller beschreibt das Ergebnis als expressives Zusammenspiel aus Handwerk, Kunst und Funktion, und dem lässt sich schwer widersprechen.

Für Dornbracht zeigt das Projekt zugleich, wofür das Atelier da ist. Weil Entwürfe schon ab einem einzigen Stück gefertigt werden, erhalten Architektur- und Designschaffende die Freiheit, ihren eigenen Stil auszudrücken und Armaturen zu entwerfen, die es nur einmal gibt. Freytag hat diese Freiheit ohne Zögern genutzt.
Ich liebe es, das Unerwartete zu erkunden und unterschiedlichste Formen, Farben und Materialien miteinander kollidieren zu lassen.
Fabian FreytagAuf einen Blick
Was das über einen Raum sagt
Eine Armatur gehört zu den wenigen Dingen in einem Haus, die täglich berührt werden, und zu den wenigen, die noch immer an einem Nachmittag aus einem Katalog ausgesucht werden. Freytags Stück vertritt das Gegenteil: dass eine Armatur die Farbe eines Raums tragen kann und so durchdacht sein darf wie alles, was an seinen Wänden hängt.


